Audi-Fahrerin touchiert Ford im Begegnungsverkehr und kollidiert anschließend frontal mit Renault – Beide Wagenlenkerinnen schwerst verletzt – 18-jährige Fahranfängerin erleidet leichte Verletzungen – „Jetzt vor Weihnachten sowieso ganz schwierig, mit so einem schweren Unfall umzugehen“ – „Ich denke es ist vor Weihnachten besonders dramatisch, wenn jemand fehlt, der so einen festen Platz um den Weihnachtsbaum hat“ – „Fahrzeuge waren total deformiert“ – Feuerwehr musste schweres Gerät einsetzen, um beide Autofahrerinnen zu befreien

„Es ist einfach so, dass regelmäßig vor solchen Festen dann Hektik entsteht und, dass dann gerade in solchen Situationen Unfälle passieren“ – „Ist immer dramatisch, wenn du wartest, es kommt jemand heim, deine Frau, deine Partnerin, dein Mann und der kommt nicht mehr heim“ – Unfallstelle erstreckt sich auf mehrere hundert Meter – Kreisbrandrat lobt Psychosoziale Notfallversorgung – „Wir sind dankbar, dass wir die Leute haben, die uns hier auch nach solchen schweren Einsätzen betreuen“

Von der besinnlichen Vorweihnachtszeit haben die Kameraden der Feuerwehr am Freitag auf der B13 bei Muhr am See im Landkreis Weißenburg nichts gespürt. Hektik, Stress und Trauer dürften wohl eher die Gefühle der Einsatzkräfte gewesen sein, welche sie auf der Bundesstraße übermannten. Als gegen 15:30 Uhr der Alarm einging, konnte noch keiner der Beteiligten ahnen, welches dramatische Ende dieser nehmen sollte.

Drei Feuerwehren rücken zu einem schweren Verkehrsunfall aus. Drei Fahrzeuge sollen im Gegenverkehr zusammengeprallt sein. Am Unfallort angekommen bestätigt sich die Lage für Kreisbrandrat Werner Kastner: „Wir haben vorgefunden, dass sich hier in den Fahrzeugen drei Schwerverletzte befunden haben, wovon zwei schwerst eingeklemmt waren und eine leichtverletzte Person“. Die Rettung der Verletzten steht für die Kameraden an erster Stelle, trotzdem sperrt ein Teil von ihnen die Bundesstraße ab, damit nicht noch mehr passiert. Mit schwerem, technischen Gerät gehen die Männer die vollkommen deformierten Fahrzeuge an, um die beiden Fahrerinnen zu befreien. Was genau passiert ist – noch absolut unklar.

Zusätzlich müssen sich die Mitarbeiter des Rettungsdienstes sich noch um die leichtverletzte 18-jährige Wagenlenkerin des dritten Autos kümmern und um die 73-jährige Beifahrerin des Audis. Diese erleidet schwerste Verletzungen. Die Retter kämpfen verzweifelt um das Leben der Rentnerin, aber trotzdem verstirbt sie noch am Unfallort. „Jetzt vor Weihnachten sowieso ganz schwierig, mit so einem schweren Unfall umzugehen“, erzählt der Kreisbrandrat bedrückt. Deswegen ist er froh, dass Mitglieder der PSNV (Psychosozialen Notfallversorgung) an die Einsatzstelle kommen. „Manche Einsatzkräfte verkraften solche Einsätze leichter, bei Anderen kommt es erst im Nachgang. Wir sind dankbar, dass wir die Leute haben, die uns hier auch nach solchen schweren Einsätzen betreuen“, so der erfahrene Feuerwehrler.

Frank Schleicher, Fachberater für Psychosoziale Notfallversorgung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, weiß um seine Verantwortung: „Wir kommen bei besonderen Einsätzen mit raus. Hauptsächlich mit dem Blick auf die Einsatzkräfte“. Jedoch kümmern sich die ausgebildeten Kräfte auch um Betroffene und Angehörige, um die Retter zu entlasten. Doch auch Schleicher kommt bei solchen Situationen ins Grübeln: „Ich finde das immer dramatisch, wenn ein Mensch so plötzlich aus dem Leben gerissen wird“. Auch wenn die Einsatzkräfte mit Routine an solche Unfälle herangehen ist es noch keine Gewohnheit. Jedoch weiß er auch, wie dramatisch so etwas vor Weihnachten sein kann, gerade für die Angehörigen. „Ich denke es ist vor Weihnachten besonders dramatisch, wenn jemand fehlt, der so einen festen Platz um den Weihnachtsbaum hat“.

Erst im Nachhinein, als Gutachter und Polizei die Spuren aufnehmen ist klar, wie der tragische Unfall passieren konnte. Nach derzeitigen Erkenntnissen kam eine 69-Jährige mit ihrem Audi in den Gegenverkehr in Fahrtrichtung Ansbach. Dort touchierte sie einen Ford Fiesta einer 18-Jährigen. Durch die Wucht des Aufpralls schleuderte der Audi anschließend frontal in einen entgegenkommenden Renault, der von einer 73-Jährigen gelenkt wurde. Die 73-jährige Beifahrerin im Audi erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass sie noch am Ort des Ereignisses verstarb. Ein Rettungshubschrauber flog die 69-Jährige mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus. Mit einem Rettungswagen kam die schwer verletzte 73-jährige Renault-Fahrerin zur weiteren Behandlung. Aufgrund des Unfallgeschehens war die Bundesstraße für mehrere Stunden komplett gesperrt.